Dr. med. Wolfgang Grimm (Hämatologie/Internistische Onkologie)

Praxisinhaber:
Partnerschaftsgesellschaft abts+partner | Prüner Gang 7 | 24103 Kiel

Nach der operativen Brustkrebsbehandlung

Nach der operativen Brustkrebsbehandlung

BH-Einlagen oder plastische Rekonstruktion?

Nach einer Brust-Operation fühlen sich viele Frauen in ihrem Aussehen und in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt. Das gilt vor allem dann, wenn eine oder beide Brüste vollständig entfernt werden mussten. Der chirurgische Wiederaufbau der Brust ist mit unterschiedlichen Methoden möglich. Alternativ kann auch eine Außenprothese sinnvoll sein.

Um es gleich vorwegzunehmen: Für die Vorgehensweise im Einzelfall gibt es keine pauschale Empfehlung. Entscheidend ist letztlich, was Sie als – vorher gut informierte – Patientin wollen und was aufgrund Ihres Gesundheitszustandes möglich ist. Der chirurgische Wiederaufbau ist prinzipiell möglich mit Hilfe von Prothesen, mit Eigengewebe aus dem Bauch oder mit einer Kombination von Prothese und Eigengewebe.

Prothese hinter dem Brustmuskel

Die Rekonstruktion mit Hilfe eines gel- oder flüssigkeitsgefüllten Kissens beginnt meist in derselben Operation, in der auch der Tumor entfernt wird. Der Operateur schiebt unter die Brusthaut ein dehnbares Kissen, das mit einem von außen zugänglichen Ventil versehen ist. Nach Abheilen der Operationsnarbe wird über das Ventil eine wöchentlich zunehmende Menge an Kochsalzlösung injiziert, damit sich die Haut dehnt. Etwa ein halbes Jahr später wird das dehnbare Kissen in einer kleinen zweiten Operation gegen ein geeignetes gel- oder flüssigkeitsgefülltes Kissen ausgetauscht, genauer: das Implantat wird unter den Brustmuskel geschoben. Die Rekonstruktion der Brustwarze kann ebenfalls im Rahmen dieser Operation oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Von allen operativen Rekonstruktionen ist diese die am wenigsten belastende. Allerdings ist sie nur für vergleichsweise wenige Patientinnen wirklich geeignet.

Bauchlappenplastik

Beim Wiederaufbau mit ausschließlich körpereigenem Gewebe werden die Haut sowie das Muskel- und Fettgewebe zwischen Nabel und Schambein benutzt, um eine Brust nachzubilden. Durch geeignete Schnittführung können mit dieser Methode sowohl kleine bis mittelgroße als auch große Brüste nachgebildet werden. Die Blutversorgung der neu aufgebauten Brust wird durch Gefäße des geraden Bauchmuskels sichergestellt, die in die Region zwischen Nabel und Schambein verzweigen. Mit dieser Operation lassen sich die besten kosmetischen Ergebnisse erzielen, allerdings dauert der Eingriff drei bis vier Stunden und die langen Schnitte führen zu größeren Wunden. Infektionsrisiko und Nachblutungsgefahr sind deshalb im Vergleich zur rein prothetischen Versorgung erhöht. Nicht immer heilt der „Bauchlappen“ problemlos ein.

Rückenlappenplastik plus Prothese

Unproblematischer in Bezug auf die Einheilung ist das Gewebe des Rückenmuskels, das durch die Achselhöhle hindurch für den Aufbau einer Brust genutzt werden kann. Für den Volumenaufbau der Brust ist zusätzlich ein gel- oder kochsalzgefülltes Kissen notwendig. Diese kombinierte Vorgehensweise ist bei sehr vielen Frauen sinnvoll. Das kosmetische Ergebnis ist meist gut. Von Nachteil sind die lange Operationsdauer und das daraus resultierende Infektionsrisiko. Außerdem ist die Narbe am Rücken sichtbar.

Außenprothesen und Ausgleichseinlagen

Wenn das kosmetische Ergebnis einer Operation nicht wirklich befriedigend ist, verordnen wir unseren Patientinnen Spezial-Büstenhalter oder Einlagen für den BH. Das Gleiche gilt für Frauen, die sich einer brusterhaltenden Operation unterzogen haben und die unterschiedliche Größe ihrer Brüste ausgleichen wollen. Anstelle des chirurgischen Brustaufbaus können wir Ihnen aber auch komplette Außenprothesen verordnen. Mittlerweile ist die Auswahl im Sanitätsfachhandel so groß, dass viele Frauen diese Möglichkeit bevorzugen.

Prothesen zum vollständigen Ausgleich einer Brust finanzieren die Krankenversicherungen zu 100 Prozent. Gegen einen geringen Eigenanteil werden jährlich auch zwei Spezial-Büstenhalter bewilligt. Zu einem Spezialbadeanzug zahlen die Kassen auf Antrag einen Zuschuss.

Wenden Sie sich mit unserer Verordnung an ein Sanitätshaus Ihres Vertrauens, dort wird man Ihnen auch bei der Beantragung der Kostenübernahme behilflich sein.