Dr. med. Wolfgang Grimm (Hämatologie/Internistische Onkologie)

Praxisinhaber:
Partnerschaftsgesellschaft abts+partner | Prüner Gang 7 | 24103 Kiel

Was kommt nach der Erstbehandlung?

Was kommt nach der Erstbehandlung?

Zum Beispiel Brustkrebs

Die Erstbehandlung ist erfolgreich abgeschlossen, die Verhältnisse zuhause sind hoffentlich einigermaßen geordnet, und spätestens dann kommt die Frage: Was kann oder muss ich jetzt noch tun?

Was jetzt kommt, nennen Fachleute die „Tumornachsorge“; denn es kann sein, dass versteckte Krebszellen zu einem Wiederauftreten der Krankheit führen. Aber auch andere gegebenenfalls auftretende körperliche Veränderungen müssen sorgfältig beobachtet werden. Schließlich und endlich wollen wir Patienten im Rahmen der Nachsorge auch helfen, krankheitsbezogene Probleme des Alltags besser zu bewältigen.

Wie oft eine Nachsorgeuntersuchung durchgeführt wird, ist abhängig von der jeweiligen Krebsart und selbstverständlich vom individuellen Krankheitsverlauf. So kommen Brustkrebspatientinnen in den ersten zwei Jahren nach der Erstbehandlung vierteljährlich zur Nachsorge. Wenn es keine Anhaltspunkte für ein Wiederauftreten der Krankheit oder für Tochtergeschwülste gibt, verlängern sich die Abstände der Nachsorgetermine auf ein halbes Jahr, nach Ablauf von fünf Jahren auf ein Jahr.

Was geschieht bei den Untersuchungen? Bei jedem Untersuchungstermin steht das Gespräch mit der Patientin im Mittelpunkt. Wie geht es insgesamt? – Wie leistungsfähig fühlen Sie sich? – Gibt es unter Umständen neue körperliche oder seelische Beschwerden? – Mit solchen und ähnlichen Fragen versuchen wir, uns ein Bild über den Allgemeinzustand zu machen. Es schließt sich eine eingehende körperliche Untersuchung an, bei der wir besonders gründlich nach eventuellen Tumorneubildungen oder nach Tochtergeschwülsten suchen.

Selbstverständlich setzen wir dazu auch verschiedene technische Verfahren ein. Nach brusterhaltenden Operationen steht beispielsweise in halbjährlichem Rhythmus eine Mammographie an. Die nicht befallene Brust wird einmal jährlich so untersucht. Wenn aufgrund der körperlichen Untersuchung auch nur der leiseste Verdacht auf eine Wiedererkrankung besteht, kommen andere bildgebende Verfahren, beispielsweise die Kernspintomographie oder die Ultraschalluntersuchung der Brust oder auch das Knochenszintigramm zum Einsatz.

Viele Tumoren und auch Tochtergeschwülste produzieren bestimmte Substanzen, die sich im Blut nachweisen lassen. Verändert sich die Menge solcher „Tumormarker“ im Blut, dann lassen sich daraus unter Umständen Rückschlüsse auf das Tumorwachstum ziehen. In den letzten Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass die Bestimmung der Tumormarker für die systematische Suche nach neuen Tumoren oder Tochtergeschülsten nicht genügend zuverlässig ist.

Nützlich ist die Bestimmung von Tumormarkern, um den Erfolg der Tochtergeschulst-Behandlung zu kontrollieren. Da Metastasen auch Tumormarker produzieren, ist der Rückgang der Tumormarker-Konzentration im Blut ein Zeichen für eine erfolgreiche Behandlung.

Individuelle Nachsorge

Die Nachsorge nach der Erstbehandlung eines Tumors ist immer etwas sehr individuelles. Im Einzelfall können die Zeitabstände zwischen den Unterschungsterminen variieren, nicht jede Untersuchungsmethode wird bei jeder Patientin oder jedem Patienten eingesetzt. Eines aber gilt für alle: Je besser Sie sich selbst beobachten, je zutreffender Sie uns Ihre Beschwerden und Erfahrungen schildern, umso besser können wir Sie betreuen.